Auswandern, warum?

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
So, um das ganze jetzt noch einmal zu erklären, was ich meine:

Natürlich haben nicht alle Rückwanderer ihre Existenz an die Wand gefahren. Das habe ich ja auch nicht behauptet. Es ging aber um die Fragen:

a) darf ich überhaupt wieder in Deutschland leben?
b) welche sozialen Ansprüche habe ich?

Wer seine Existenz NICHT an die Wand gefahren hat, der wird kaum soziale Ansprüche haben, denn er wird dafür gesorgt haben, dass er genügend Rücklagen hat, um sich und seine Familie heile wieder nach Deutschland zu bringen und hat möglicherweise schon nach einer Wohnung und einem Job ausschau gehalten, mit der Schule der Kinder Kontakt aufgenommen haben und und und.

Der Fall, dass jemand mit zwei Kindern erst einmal zum Amt muss, um Geld und eine Wohnung zu bekommen, den kategorisiere ich durchaus unter 'Existenz an die Wand gefahren'. Unter diese Kategorie fällt für mich aber schon jeder, der nicht mit mindestens 100.000 Euro Startkapital auswandert. Ohne Startkapital irgendwohin auszuwandern halte ich für vollkommen schwachsinnig, denn es wird nicht funktionieren - selbst dann nicht, wenn ich einen gut bezahlten Job dort ab Start habe. Dann braucht man vielleicht weniger, ohne geht es aber nicht.

Von daher, Statistik hin oder her: wer als Rückwanderer nach Deutschland kommt und auf H4 angewiesen ist, der hat das Projekt an die Wand gefahren.
Wäre ich die, die ich noch vor 7 Monaten war, hätte ich jetzt angefangen zu schreiben und mich darüber aufzuregen.... Heute sitze ich da, schmunzele und genieße meinen Kaffee :muha:


- - - - - Beitrag zusammengeführt - - - - -

Ja... So lebt es sich definitiv leichter und schöner :undweg:
 
J

Jochen

Guest
Natürlich geht es nicht ohne Geld, das ist doch klar - aber die Ansprüche sind natürlich sehr unterschiedlich. Der eine hat Ansprüche ein komplettes Jahr ohne Einkünfte überbrücken zu können und möchte luxuriös leben und keinen schlechteren Standard haben als hier, der andere hat hier nix und für den ist jedes Einkommen, egal wie gering schon eine Verbesserung. Einer konnte sich Geld zusammensparen, der andere muss Geld aufnehmen um auswandern zu können - das kann man doch alles nicht vergleichen..... :0025:

Ich gehe aber auch sicher davon aus, dass derjenige, der mit einem finanziellen Polster auswandert sehr viel bessere Chancen hat das Ganze erfolgreich zu gestalten als derjenige, der nix auf der Naht hat und hofft das er dann im Ausland all das erreicht was er hier nicht geschafft hat. Oder anders ausgedrückt: Wer es hierzulande geschafft hat sich eine halbwegs gesicherte Existenz aufzubauen, egal ob angestellt oder selbstständig, der wird es sicherlich auch anderswo (leichter) schaffen - und wer hierzulande nichts auf den kreis bekommen hat, der wird es auch anderswo schwer haben.....

Natürlich kann man in anderen Ländern vielleicht mit weniger Nachweisen an Qualifikationen, Abschlüssen oder fundierter Ausbildung einen Job bekommen als hier (wobei das dann auch nicht gerade die gut bezahlten Jobs sein werden) - dafür hat man aber hierzulande sehr viel mehr Hilfe dabei an eine solche Ausbildung, Qualifikation, Abschluss zu kommen als in den meisten anderen Ländern. Von daher halten sich die Chancen vermutlich die Waage.

Wenn aber einer auswandert weil er meint das es anderswo (speziell in den USA) weniger Regulierungen, Vorschriften und Bürokratie geben würde als hier, der wird sich vermutlich verwundert die Augen reiben :mrgreen: - und sich verdutzt umgeucken für was er alles Genehmigungen, Nachweise und Prüfungen braucht. Und für was er alles Vorkasse, Sicherheitsleistungen (Deposits) oder sonstwas leisten muss bevor er in den Genuss von Wohnung, Telefon, Handy, Fernsehen, Strom, Gas und Wasser kommt.... - dagegen ist D ein Paradies :0141:

Ich glaube jeder der ausgewandert ist wird bestätigen das die Lebensqualität in der neuen Heimat an anderen Faktoren festgemacht wird als an der Arbeitssituation, denn in 95% der Fälle wird es so sein das man mehr/ länger arbeiten muss und weniger Freizeit hat um einen gleichwertigen Standard wie in D zu erhalten. Die subjektiv gefühlte Verbesserung der Lebensqualität dürfte mehr in "weichen" Faktoren wie Lebensgefühl, soziales Umfeld, Land und Leute, Klima usw. zu finden sein :001: - und wenn das dann so ist, dann hat man doch alles richtig gemacht: Was nützt einem Geld auf dem Konto wenn man nicht glücklich und zufrieden ist? Ob das dann auch immer die richtige Lebensplanung für das Alter ist, das sei mal dahingestellt - aber das ist dann auch schon fast wieder ein anderes Thema.....
 

Ariel

Well-Known Member
Falls sich jemand an 100.000 oder 50.000 oder was auch immer aufhängt:

Geschenkt!

Ohne Geld geht es aber nicht. Richtig?
Das ist zu pauschal gehalten. Die Voraussetzungen sind bei jeden anders. Nebst den Greencard-Gewinnern, gibt es jede Menge Leute, die mit einem Arbeitsvisum im Ausland arbeiten. Das sind gut ausgebildete Leute, die auch schon in D gut verdienten und eine Karriere hatten. Du darfst hier nicht alle in den gleichen Topf werfen, da die Menschen zu unterschiedlich sind.

Wenn man so auswandert wie die Reimanns, ohne ein Wort englisch, ohne Karriere und Kontakte und mit der Aussicht in den USA nur etwas mehr als den Mindestlohn zu verdienen, dann braucht man das Geld. Ohne würde man das 1. Jahr vermutlich nicht überstehen.
 

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
Oder anders ausgedrückt: Wer es hierzulande geschafft hat sich eine halbwegs gesicherte Existenz aufzubauen, egal ob angestellt oder selbstständig, der wird es sicherlich auch anderswo (leichter) schaffen - und wer hierzulande nichts auf den kreis bekommen hat, der wird es auch anderswo schwer haben.....
Allem anderen stimme ich zu... Nur den zitierten Teil, den möchte ich dann doch mal ganz "kurz" aufgreifen.....

Man kann auch das nicht so pauschalisieren.... Letztlich gibt es auch hier Gründe, warum mancheiner dann doch nicht mehr so gut dasteht und plötzlich sich mit Problemen rumschlagen muss, was er vorher nur vom Hören/Sehen kannte.... Anhand meines Lebens habe ich gesehen, wie schnell sowas gehen kann... Selber schuld? Ganz bestimmt! Ändert an der Tatsache trotzdem nichts und man muss schauen, dass man das Beste aus der Situation macht...

Wie ich immer sage, "Wo ein Wille ist, ist DEFINITV auch ein Weg..."

Mancheiner hatte schon daran gezweifelt, dass ich überhaupt jemals die Greencards bekomme .... So oder so.... Es geht immer weiter im Leben ....
 

Florian B.

Well-Known Member
Danke Jochen, da hast Du viel wahres geschrieben.

Wer mit einem gut bezahlten Job im Background auswandert, der wird sicherlich deutlich weniger an Kapital benötigen. Aber jeder, der nur hier umzieht weiss, was alleine ein Umzug kostet.
Wer da drüben eine selbständige Existenz aufbauen möchte, der wird tatsächlich einige Monate oder sogar Jahre überbrücken müssen. Folglich wird er auch mehr Kapital benötigen. Wieviel, das hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab.

An den Tellerwäscher, der Millionär wird, glaube ich einfach nicht. Wer mit hohem Bildungsgrad auswandert wird es da drüben leichter haben als jemand, der keine Ausbildung hat und keine Berufserfahrung nachweisen kann. Vielleicht ist das einer Burger-Bude egal, aber Unternehmen, wo man Geld verdienen kann sicher auch nicht.
 
J

Jochen

Guest
Da ist überhaupt nichts pauschalisiert, da die Formulierung beides offen lässt: Sowohl die Möglichkeit es anderswo nicht zu schaffen selbst wenn man es hier geschafft hat wie auch die Möglichkeit es anderswo zu schaffen wenn man es hier nicht hat. Und es ist auch nicht pauschalisiert wenn ich feststelle das die Chancen größer sind es schwer zu haben wenn man es bisher noch nirgendwo geschafft hat sich eine Existenz aufzubauen als wenn das Gegenteil der Fall ist. Was ich gelten ließe ist eine Ausnahme: Das gilt nicht für junge Leute am Anfang ihres Existenzaufbaus.

Was den Ausspruch "Wo ein Wille ist, ist DEFINITIV ein Weg..." angeht: Das ist für mich lediglich eine Floskel oder wirklich eine "Pauschalisierung" und muss für Tausende oder gar Millionen Menschen wie Hohn klingen die wirklich etwas von ganzem Herzen wollen, es aber trotzdem nicht schaffen (können). Ich spare mir hier mal jegliche Beispiele von Menschen mit stark eingeschränkten Möglichkeiten, welcher Form auch immer....

Und was Deine Greencards angeht: Deine Formulierung lässt die Interpretation zu das Du das für eine geschaffte Leistung hältst - für einen Gewinn in einer Lotterie eine sehr gewagte Interpretation :0141: - vielleicht solltest Du dann auch mal DEFINITIV im Lotto gewinnen WOLLEN :muha:
 

Florida-Fighter

Derzeit im Forums-Urlaub
Da ist überhaupt nichts pauschalisiert, da die Formulierung beides offen lässt: Sowohl die Möglichkeit es anderswo nicht zu schaffen selbst wenn man es hier geschafft hat wie auch die Möglichkeit es anderswo zu schaffen wenn man es hier nicht hat. Und es ist auch nicht pauschalisiert wenn ich feststelle das die Chancen größer sind es schwer zu haben wenn man es bisher noch nirgendwo geschafft hat sich eine Existenz aufzubauen als wenn das Gegenteil der Fall ist. Was ich gelten ließe ist eine Ausnahme: Das gilt nicht für junge Leute am Anfang ihres Existenzaufbaus.

Was den Ausspruch "Wo ein Wille ist, ist DEFINITIV ein Weg..." angeht: Das ist für mich lediglich eine Floskel oder wirklich eine "Pauschalisierung" und muss für Tausende oder gar Millionen Menschen wie Hohn klingen die wirklich etwas von ganzem Herzen wollen, es aber trotzdem nicht schaffen (können). Ich spare mir hier mal jegliche Beispiele von Menschen mit stark eingeschränkten Möglichkeiten, welcher Form auch immer....

Und was Deine Greencards angeht: Deine Formulierung lässt die Interpretation zu das Du das für eine geschaffte Leistung hältst - für einen Gewinn in einer Lotterie eine sehr gewagte Interpretation :0141: - vielleicht solltest Du dann auch mal DEFINITIV im Lotto gewinnen WOLLEN :muha:
:muha: Was natürlich bedeutet, dass ich automatisch die Karten GEWONNEN habe :muha: :muha:

Nun, vielleicht hätte ich DEFINTIV nicht groß schreiben sollen :D :D, aber ich sehe auch an vielen anderen Beispielen, die es tatsächlich geschafft haben, weil sie sich nicht entmutigen lassen haben! Sicherlich kommt es auch hier auf die Umstände an... :D :D :D

Lotto ist ein Glücksspiel und kann süchtig machen ............. :undweg:
 

Florian B.

Well-Known Member
Allem anderen stimme ich zu... Nur den zitierten Teil, den möchte ich dann doch mal ganz "kurz" aufgreifen.....

Man kann auch das nicht so pauschalisieren.... Letztlich gibt es auch hier Gründe, warum mancheiner dann doch nicht mehr so gut dasteht und plötzlich sich mit Problemen rumschlagen muss, was er vorher nur vom Hören/Sehen kannte.... Anhand meines Lebens habe ich gesehen, wie schnell sowas gehen kann... Selber schuld? Ganz bestimmt! Ändert an der Tatsache trotzdem nichts und man muss schauen, dass man das Beste aus der Situation macht...

Wie ich immer sage, "Wo ein Wille ist, ist DEFINITV auch ein Weg..."
Gerade den Teil, den Jochen da zitiert, der ist aber einer der zutreffendsten in seinem Beitrag.

Denn:
Wer hier den Arsch nicht aus dem Sessel bekommt, der bekommt ihn da drüben auch nicht aus dem Sessel. Wer hier schon nicht in der Lage ist, sich zu qualifizieren und weiterzubilden, der wird es woanders auch nicht tun, warum auch?
Entscheidend ist, was man aus der Situation macht, und jemand, der "macht", der ist am Ende überall erfolgreich, egal wo auf der Welt. Der war es aber auch schon vor der Auswanderung, nicht erst danach...

Wer sich in siebentausend Ausreden flüchtet wieso, warum, weshalb gerade dies und das "so ist" und "nicht geht" und "nicht zu ändern ist", wer sich ständig drauf verlässt, dass es irgendeinen doofen gibt, der einem hilft, der wird diesen Lebensstil nicht ändern. Und das sind in der Regel die, die am Ende scheitern.
 

hobi11

Well-Known Member
Also ich denke auch, dass es ein großer Unterschied ist, ob jemand mit Haus und Hof
auswandert, oder nur temporär im Ausland einer Arbeit nach kommt.

Bei einer Auswanderung sehe ich persönlich es so, dass man bei einer Selbständigkeit
schon mal einen Businessplan erstellen sollte. Aber da fängt es ja schon an, welcher
Auswanderer beschäftigt sich schon damit.

Und was die finanzielle Ausstattung angeht, sollte man schon ein Jahr ohne fremde Mittel
auskommen können, denn manchmal kommt ja auch noch "Pech" dazu.



Gruß
hobi
 

BiMi

Moderator
Moderator
Es ging mir um die Aussage, wenn man H4 in Anspruch nehmen müsse, dass Projekt an die Wand gefahren wäre....Wieso? Wenn ich Morgen wieder nach HH ziehe, aus welchen Gründen auch immer, hätte ich keinen Job und müsste und würde das auch in Anspruch nehmen...oder sollte ich etwa netter Weise darauf verzichten?
Mit dem Polster gebe ich dir allerdings Recht, obwohl die Summe sicherlich zu diskutieren ist und es nätürlich immer auf die persönlichen Umstände ankommt....und man sollte zum Schluss immer noch so viel übrig haben, dass man sich die Rückflugtickets zurück in die Hängematte leisten kann! :022:
 
J

Jochen

Guest
Du bekommst nicht automatisch H4 wenn Du keinen Job hast - solange Du noch Vermögen hast muss das erst verbraucht werden (bis auf Schonbeträge) bevor Du H4 bekommst, insofern hat Florian nicht ganz unrecht: Wenn man bei der Rückkehr auf H4 angewiesen sein sollte, dann hat man sein Vermögen weitestgehend verloren. Wenn man auch vorher keins hatte macht das keinen Unterschied :mrgreen:, wenn doch, dann ist der Begriff "an die Wand gefahren" schon nachvollziehbar.
 

BiMi

Moderator
Moderator
Ob irgendwas an die Wand gefahren ist oder nicht entscheide zum Glück immer noch selbst und nicht andere! Und mit wie viel Geld müsste ich nach eurer Meinung wieder zurück kommen, damit ich unter euren Augen kein Loser bin...wieder mit so viel das ich 1 Jahr in D überleben kann? :022:
 
J

Jochen

Guest
Nun gut, wenn wir um Begrifflichkeiten streiten wollen :0141:: Natürlich entscheidest DU für DICH was Du als "an die Wand gefahren" empfindest - aber genauso entscheiden Flo oder ich das für UNS wie wir das definieren würden - da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Und es geht auch nicht um "Loser" oder "Winner" sondern um die "soziale Hängematte" - und da sind die Kriterien ja recht eindeutig festgelegt: Du kannst rund 11.000€ Schonvermögen besitzen das nicht angerechnet wird, dazu noch Altersvorsorge in Höge von ca. 50.000€ die aber zweckgebunden angelegt und nicht anderweitig verfügbar sein darf. Alles was man darüber besitzt muss erstmal verbraucht werden (Ausnahme: Selbstgenutztes Wohneigentum)

Aber mal ehrlich, Bi, sowohl Du als auch Dein Mann seid nicht die Typen die das noch als Erfolg verkaufen würden wenn sie unter solchen Vorzeichen wieder her kämen - und ihr würdet es auch beide gar nicht so weit kommen lassen. Insofern ist das eine müssige Diskussion :0414:
 
J

Jochen

Guest
Stimmt, manchmal (oder mit manchem :mrgreen:) ist eine Diskussion grundsätzlich müssig :009: :muha:
Aber ich für meinen Teil diskutiere auch ganz gerne mal nur der Diskussion willen :mrgreen:
 
Top