Miese Erfahrung in Sachen Premiere

Ali G.

Well-Known Member
#1
Guten Morgen zusammen,

nachfolgende Geschichte hat rein gar nichts mit Florida zu tun, aber da ich mich WAHNSINNIG darüber geärgert habe und es vielleicht andere Leute gibt, denen es ähnlich ergeht (oder ergehen wird) muss ich das ganze zu Computer bringen:

PROLOG:
Als Anhänger eines relativ sinnfreien Spiels, bei dem sich 22 Leutchen um einen Ball streiten, während einer permanent zu stören versucht, war ich langjähriger - zufriedener - Kunde des Abo-Senders PREMIERE.
Im Zuge der Wirren deutscher Sportfernsehpolitik verlor dieser Sender mit dem Ende der letzten Saison allerdings seine Übertragungsrechte der Deutschen Bundesliga an einen Emporkömmling namens ARENA und mich damit als seinen Abonnenten.

VORHANG AUF - Akt Nummer 1.:
Nach einer erstaunlicherweise unglaublich fröhlichen und mitreißenden Weltmeisterschaft mit glücklichen, aber mehr als unverdienten Siegern, beschloss der geschätzte Autor in einem Anfall von Euphorie Anfang Oktober 2006 ein neues PREMIERE-Abo, diesmal für den Bereich „Internationaler Fußball“, abzuschließen. Da Karte und Decoder bereits in meinem Eigentum verweilten, lag zwischen Glück und Unglück somit nur ein einzelner Telefonanruf. Dank mehrere Jahre mehr oder weniger freiwilligen Durchlaufens deutscher Bildungssysteme, stellte auch dieses Hindernis kein wahres Problem für unseren Autor dar. Die Versicherung des ebenfalls euphorisierten Call-Agents am anderen Ende der Leitung "Freischaltung max. innerhalb einer Stunde - nur Decoder anmachen und in spätestens 60 min. haben Sie Zugang zum Glück" verhieß auch nichts wahrlich Schlechtes. In wohliger Vorfreude auf einen ereignisreichen Abend vor dem Hauskino wurde der Decoder wie angeordnet eingeschalten und die restliche Wartezeit mit einer Spendenorgie im heimischen Feinkost-Albrecht zugetan.

VORHANG AUF - Akt Nummer 2.:
Zurück im trauten Heim, noch 45 Minuten bis zur sehnsüchtig erwarteten Rache für Berlin, erwartete den Autor das Grauen aller TV-Nutzer: ein schwarzer Bildschirm. Die eilends gewählte Technik-Hotline (nur 12 C/min.) begrüßte mich mit freundlichen und unmissverständlichen Computerworten diverse Male: "Unter dieser Nummer hilft Dir derzeit keiner, weil alle schwer beschäftigt sind - versuche es doch später noch einmal" (oder jedenfalls so ähnlich)
Der inzwischen von leichten Panikattacken geschüttelte Verfasser dieser Zeilen wählte eine Hotlinenummer nach der nächsten (Technik, Service, Kundenbetreuung, usw.), der Call-Center-Computer ließ sich jedoch nicht so schnell überrumpeln und schaltete jedes Mal die bereits gehörte Ansage. Nachdem die Bilanz der Deutsche Telekom ordentlich angefüttert und die Zeit bis zum ersten Pfiff des einzigen blinden Mitspielers auf 5 min. zusammengeschmolzen war, entschloss sich der Autor zum Äußersten: er wählte die Auftragshotline. Das erste Freizeichen wurde gnadenlos mitten in seinen Ausführungen unterbrochen: "Willkommen bei PREMIERE! Mein Name ist XXX, wie kann ich Ihnen helfen?". Erschrocken von solch unerwarteter menschlicher Antwort, wollte ich mich mit einer kurzen höflichen Erklärung zur Technikabteilung weiter verbinden lassen. Zu meinem endgültigen Entsetzen, funktionierte dieser Versuch auch noch. Nach kurzem Tuten hatte sich einer der schwer beschäftigten Techniker doch noch an´s Telefon verirrt. Mit freundlicher Stimme versuchte er mir zwischen den Zeilen klar zu machen, dass ich irgendeinen Fehler gemacht haben müsste. Nachdem ich jedoch inzwischen gar keine freundliche Stimme/Stimmung mehr heucheln konnte und dementsprechend hartnäckig blieb, gingen wir diverse Problemlösungsszenarien durch. Nachdem auch dieses Spiel ergebnislos geblieben war, kündigte der immer noch höfliche Call-Center-Technik-Agent an, ein neues Entschlüsselungssignal senden zu wollen "Das dauert ein paar Minuten, dann funktioniert aber alles ganz sicher". Hoffnung keimte auf, sollte ich doch noch die restlichen 85 min. der erhofften Demontage der Nero-Azurri miterleben dürfen? Gebannt starrte ich auf meinen schwarzen Bildschirm...... Und starrte....... Und starrte......... Und starrte. Ähnlich wie in einem Dampfkessel staute sich von Minute zu Minute mehr Wut in mir auf und nachdem das von mir sehnsüchtig erwartete Spiel bereits auf sein Ende zuging, mein Bildschirm aber immer noch zeitlos elegantes Schwarz zeigte, sah ich vollkommen rot: mit kurzer E-Mail widerrief ich mein telefonisch erteiltes Abonnement.

VORHANG AUF - Akt Nummer 3.:
Am nächsten Tag, lag ein Brief von PREMIERE in meinem Postkasten. Die waren aber schnell, dachte ich noch beim Öffnen. Es stellte sich jedoch heraus, dass es die schriftliche Bestätigung des telefonischen Abonnementauftrags war. In den tollsten Farben malte mir das Schriftstück mein neues "Wunschprogramm" an die Wand. Schwarz kam darin allerdings nicht vor. Da aber an diesem Schreiben auch eine Widerrufsbelehrung hing, welche auf das gesetzlich garantierte Recht des Widerrufs innerhalb eines Monats nach Vertragsabschluss hinwies, ignorierte ich es folglich.
Ein paar Tage später, fand ich einen zweiten Brief in meiner Post: „Widerruf Ihres Abonnements“ stand in der Überschrift. Na immerhin, dachte ich noch und wollte das Schreiben gerade wegwerfen, da fiel mein Blick zufällig in der Mitte des Textes auf die Worte „bereits verstrichen“ und „erloschen“.
Mein erster Gedanke hatte etwas mit einem piepsenden, flugfähigen Tier zu tun. Nachdem ich mich aber beruhigt hatte, setzte ich mich einige Tage später an meinen PC und versuchte PREMIERE mit einer höflichen E-Mail davon zu überzeugen, dass dieser Brief wohl nicht ganz ernst gemeint sein könne, ich davon ausgehe, dass ihnen ein Fehler unterlaufen sei und die Sache damit vom Tisch sei.
Ende November, ich hatte die Sache eigentlich schon vergessen, erhielt ich ein höfliches Schreiben von PREMIERE, dass keine Kontodaten von mir vorliegen würden, PREMIERE dadurch keine monatlichen Beträge einziehen könne und aus diesem Grund mein Kundenkonto einen offenen Betrag von € 14, 32 aufweisen würde. Mit selbem Schreiben legte man mir nahe diesen Betrag innerhalb einer Woche auszugleichen.
Nach Überwindung eines neuerlichen Wutanfalls, kam mir der Gedanke, dass womöglich bei PREMIERE keiner eingehende E-Mails bearbeitet (gehen ja schließlich auch nicht an´s Telefon). Ich beschloss also auf Nummer sicher zu gehen, und schickte meine höflich formulierte Antwort ein paar Tage später per Einschreiben-Rückschein nach Hamburg.
Am 12.12. erhielt ich eine mahnende Antwort: Offener Gesamtbetrag: € 32,31, innerhalb von sieben Tage zu begleichen, sonst wird meine Empfangsberechtigung entzogen.
„Welche Empfangsberechtigung? :0025:“, schoss mir als einziger Gedanke durch den Kopf.
Ich verfasste am nächsten Tag eine, nach wie vor, höfliche Antwort per Einschreiben-Rückschein und wies erneut darauf hin, dass ich meine Vertragserklärung innerhalb der gesetzlich garantierten Frist widerrufen hatte. Die Antwort lies nicht lange auf sich warten, „Widerruf Ihres Abonnements“ stand in der Überschrift. Ein paar Zeilen weiter (man lernt ja dazu :093:) behauptete eine Dame vom Kundenservice, dass meinem Wunsch nicht nachgekommen werden kann, da die Widerrufsfrist vorzeitig erloschen wäre. Nach einem hastigen Vergleich mit dem ersten Widerruf-Schreiben, stellte ich zudem fest, dass beide Schreiben identisch waren. Mit Kopfschütteln und einer gehörigen Portion Ärger über diese Unverschämtheiten, verfasste ich eine entsprechende Antwort, in der ich, nach Darstellung des wahren Sachverhaltes, androhte den Vorgang an einen Anwalt zu übergeben. PREMIERE reagierte schnell und noch innerhalb einer Woche hielt ich meine dritte Mahnung in Händen: € 42,30. Ganz nebenbei wurde erwähnt, dass man mir „Schadensersatz statt Leistung“ (welche Leistung? :065:) in Höhe von zusätzlichen € 151,44 berechnen müsste, sollte ich nicht innerhalb der berühmten Woche zahlen.
Ich kopierte eine meiner früheren Ausführungen an PREMIERE, notierte das aktuelle Datum darüber, unterzeichnete und beauftragte erneut die Deutsche Post mit der Zustellung eines Einschreiben-Rückscheins. So ein elektronisches Datenverarbeitungsgerät hat auch seine guten Seiten! Vier Wochen später erhielt ich erneut Post meiner inzwischen liebsten (jedenfalls nach der Menge der versandten Post) Brieffreunde: „4. Mahnung!“
Ich wurde „nachdrücklich“ aufgefordert € 215, 72 zu überweisen, ansonsten wird ein Inkassounternehmen beauftragt.
Nachdem ich nach einigen Tagen meinen ersten Impuls verworfen hatte, es PREMIERE "heimzuzahlen", indem ich per Anwalt und gerichtlicher Verfügung meine entstandenen Kosten plus Schadenersatz für diverse Wutanfälle einklage, schickte ich per E-Mail meine Antwort an diverse PREMIERE-Adressen, mit dem Hinweis, dass dies mein allerletztes eigenes Statement zu diesem Fall sei.

Gestern erreichte mich dann das nächste Schreiben von PREMIERE. Bereits in Gedanken kalkulierend, was meine vor Ärger durchgebrannten Nervenenden wohl in Euro wert sind, öffnete ich den Brief. Ich konnte es kaum glauben, aber auch nach dem dritten lesen stand da immer noch „Widerrufbestätigung“.

Man könnte glauben, Ende gut alles gut. Doch ehrlich gesagt, kann ich mich persönlich, bei allem Verständnis für gefährdete Arbeitsplätze, gar nicht mit solchen Geschäftsmethoden anfreunden :0082:. Leider weiß ich aber nur allzu gut, dass es den einen oder anderen gibt oder geben wird, dem seine Rechte nicht so gut bekannt sind, und der bei entsprechend aufgebauter Drohkulisse nachgeben wird. Vielleicht hilft aber wenigstens die beschriebene Erfahrung, künftige „Opfer“ zu vermeiden!

Ciao Ali G.
 

???

Well-Known Member
#2
Leider das typische Geschäftsgebahren von Premiere, die Telekom und Arcor sollen da aber auch nicht besser sein. Einen Vertrag den man per Telefon geschlossen hat, wollen die schriftlich gekündigt haben und die Kündigung nehmen sie noch nicht einmal an. :0082:
 

claudia

Power-Mom und Moderatorin
Moderator
#4
Gerade darauf spekulieren ja inzwischen viele Unternehmen, daß die Leute bei entsprechenden Drohkulissen zahlen :093: ! Ich möchte auch nicht wissen, bei wievielen Menschen sie mit diesen Geschäftgebaren durchkommen.....
 

D-MAN

Well-Known Member
#5
Ich finde es gut, dass so etwas in Foren gepostet wird!!!!
Gott sei Dank ist Fussball für mich nicht so wichtig!!!!
Mir reicht die Sportschau vollkommen aus, die bezahle ich schon mit meinen Rundfunkgebühren zuhauf.
 
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